Wenn die Guten verlieren

Kritik zu „The Walking Dead“, Staffel 1–3. „I’m not the good guy anymore“ erklärt Sheriff Rick Grimes, während er darüber nachdenkt, einen Gefangenen zu exekutieren, einen Teenager – keinen Untoten. Die Zombieserie The Walking Dead zeigt auch das, was man erwartet: Splatter, Röcheln und hinkende Untote – Komisch, dass den Leuten so etwas nicht langweilig […]

Dieses Buch könnte gefährlich sein

Rezension zu Ayn Rands „The Fountainhead“. Gefährlich – das heißt, wenn man den Roman nicht zu Ende liest. Genauer gesagt, man könnte Ayn Rand missverstehen, wenn man das Buch nach 300 Seiten beendet. Auf Deutsch erschien es unter den Titeln Der ewige Quell und Der Ursprung. Mir kam es nie in den Sinn, The Fountainhead […]

Relative Wirklichkeit

Rezension zu Ulrich Tukurs Novelle „Die Spieluhr“. Wieder ein Buch, das mir ein Freund empfahl. Diesmal mit der Bemerkung, dass es nicht sein Geschmack sei, mir aber sicher gefallen würde. Die Spieluhr ist eine kleine Novelle, die ich auf einer sechsstündigen Busfahrt so gut wie durchgelesen hatte. Nach einer wahren Begebenheit Der Schauspieler Ulrich Tukur […]

Krimi im Weltall

Rezension zu Frank Schätzings Roman „Limit“. Vor einem Jahr viel mir auf, dass in meinem Umkreis fast alle Krimis lasen. Mit dem Genre hatte ich mich nie viel beschäftigt. Nicht mal Tatort hab ich geguckt. Einer meiner Kollegen wusste von meiner Neugier für Politik und Wirtschaft; ich erklärte ihm zudem, dass ich eher an gehobener […]

Die Welt geht unter

Rezension zu Lars von Triers Melancholia. Vor einigen Monaten sah ich Lars von Triers Antichrist und einige Interviews des dänischen Regisseurs. Ich wusste, dass beide Filme von seiner depressiven Phase beeinflusst waren oder daraus entstanden. Ich dachte, dass ich mir so etwas wie Antichrist nicht noch einmal antun würde. Das war mir zu zermürbend, kontrastlos, […]

Vom Straßendieb zum Offizier

Rezension zur Hörbuchserie Richard Sharpe von Bernard Cornwell. Auf Bernard Cornwell bin ich zuerst durch die Uhtred-Serie aufmerksam geworden, weil ich mich für die Geschichte der Sachsen interessiert habe. Auf einer Reise in England habe ich mich mit Leuten über Cornwell unterhalten. In Großbritannien hat er einen großen Ruf. Er ist der Autor für historische […]

Von guten Feen, die nicht da sind, wenn man sie braucht

Kritik zu Wilhelm Hauffs Märchen. Schon meine Großeltern hatten immer gerne Bücher gelesen. Als ich meine Oma letztes Jahr zu Weihnachten besuchte, zeigte sie mir ihre kleine Bibliothek. Sie öffnete das Fach im Bücherschrank und mein Auge huschte über eine Reihe von Krimis und anderen Romanen, die ich nicht kannte. Dann sah ich auf einem […]

Das Märchen unserer Zeit

Rezension zu Michael Endes Roman „Momo“. Ein kleines Mädchen namens Momo rettet die Welt vor den Zeit-Dieben. Dabei hilft ihr Sidekick Kassiopeia, eine Schildkröte, die immer ein Stückchen in die Zukunft sehen kann. Diese Inhaltsangabe ist natürlich zu einfach und lässt noch nicht den Wahrheitsgehalt der Geschichte erahnen. Denn die Zeit-Diebe gibt es wirklich. Michael […]

Das einsame Wolkenkuckucksheim

Filmrezension zu Joseph Kosinskis „Oblivion“ (2013). 2077: Nach einer Alieninvasion ist die Erde entvölkert, der Mond schwebt als Trümmerhaufen am Horizont. Die Menschheit hat sich ein neues Zuhause gesucht. Jack (Tom Cruise) und seine Kollegin Victoria (Andrea Riseborough) sind Abgesandte ohne Erinnerung, wohnen zu zweit in einem Wolkenkuckucksheim. Ja, die Macher dieses Films haben geklaut: […]

US-Heldenepos der Sechziger: El Cid

Filmrezension zu Anthony Manns „El Cid“ (1961). Liebe, Ehre, Verrat, Faustrecht und monumentale Schlachten. Der aus Planet der Affen bekannte Omega-Mann Charlton Heston spielt auch in diesem dreistündigen Hollywood-Klassiker den selbstlosen Helden. Im wahren Leben setzte sich der Schauspieler für die Rechte der Menschen ein, arbeitete mit Martin Luther King zusammen. El Cid beschreibt den […]

Ein Hippie im Deutschen Reich

Hörbuchbesprechung zu „Imperium“ von Christian Kracht. August Engelhardt, ein Aussteiger unterwegs in die Südsee, auf dem Weg, eine neue Welt zu gründen, ein Kokosnussimperium. Er ist überzeugter Vegetarier, frönt dem Nudismus. Im Gepäck eine große Privatbibliothek, Charles Dickens, Georg Büchner und Sachbücher über frutarische Ernährung. Klingt wie ein Spaß? Nun, August Engelhardt ist tatsächlich der […]

Eine Schule der Suspense

Filmrezension zu Alfred Hitchcocks „Psycho“ (1960). Man muss kein Horrorfan sein, um Psycho zu mögen. Die Elemente des Genres werden angerissen. Mit simplen Bildern erzeugt Hitchcock Spannung – ohne Monster, ohne Schießereien. Eine einfache Story, aber ein genialer Plot. Wer den Film sehen möchte, darf weiterlesen; über den Handlungsverlauf selbst wird nicht zu viel verraten. […]

Gatsby – Der romantische Realist

Buchbesprechung „Der große Gatsby“ (F. Scott Fitzgerald/Walter Schürenberg). Was tut ein Mann, um eine Frau zurückzugewinnen? Der Sohn eines Farmers verliebt sich in das Mädchen reicher Eltern, Daisy. Seine Uniform lässt sie über seine Armut hinwegtäuschen. James Gatz wird zum Kriegseinsatz nach Europa abkommandiert; das Mädchen heiratet einen anderen. Diese Vorgeschichte ist keine Zusammenfassung für […]

Die Kunst, gelesen zu werden

Rezension zu Wolf Schneiders „Deutsch für junge Profis“. „Man gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.“ – Schneider zitiert Schopenhauer. Nach acht erleuchtenden Kapiteln, die sich nur um das Wort drehen, zieht er damit seine Zwischenbilanz. Nachvollziehbar und unterhaltsam bringt er das Handwerk des guten Stils dem Leser näher. Dem Sprachkritiker geht es vor allem […]

Paulo Coelhos „Schriften von Accra“

Kurzrezension. Paulo Coelhos Roman liest sich wie ein Nachschlagewerk für Weisheit. Als die ersten Kreuzritter im Jahre 1099 vor den Mauern Jerusalems stehen, entscheiden sich die meisten Bewohner gegen eine Flucht. Am Abend vor der Schlacht versammeln sie sich um einen griechischen Fremden, der ihnen die letzten Fragen des Lebens beantwortet. Dieses Buch habe ich […]