Der letzte Inka

Rezension zu Gerd Franks Roman „Der Fluch des Intip Churin“.

Atahualpa

Atahualpa, der letzte Inka-Herrscher kurz vor seinem Tod, 1533.

Diesen Sommer hat der Kuebler-Verlag einen Roman ĂŒber die Entdeckung PerĂșs herausgebracht. Der spanische Eroberer Francisco Pizarro begibt sich auf die Suche nach dem Goldland. Tahuantinsuyu, so der Name des Reiches, steht jedoch vor einem BĂŒrgerkrieg. Zwei BrĂŒder beanspruchen die Herrschaft jeweils fĂŒr sich. Zwischendurch gibt es ein paar schmalzige Liebesszenen.

CharakterschwÀchen

Die Liebesgeschichten des Romans erweisen sich letztlich als nicht ganz so kitschig wie anfangs vermutet. Zu Beginn stellen sich mir die Charaktere ein wenig platt dar. GlĂŒcklicherweise entwickeln sie sich. Aber im ganzen Buch tauchen immer wieder ein paar dramaturgische SchwĂ€chen auf. Spannend ist Der Fluch des Intip Churin trotzdem. Ich will wissen, wie es weitergeht, wenn Pizarro immer tiefer in den Urwald dringt. Das erinnert mich an ein Jules-Verne-Abenteuer. HĂ€ufig wechselt die Perspektive. Es gibt also mehrere Hauptcharaktere. Wie beim Lied von Eis und Feuer können die Figuren auch sterben. Ist in diesem Fall sogar historisch belegt.

Einblick in die Geschichte

„Historischer Roman nach alten spanischen Quellen“ heißt es auf der Titelseite. Die Angabe ist ist allerdings etwas wage. Im angehĂ€ngten Literaturverzeichnis finden sich ĂŒberwiegend BĂŒcher aus dem 20. Jahrhundert. Mit der alten spanischen Quelle ist dann wohl La crĂłnica del PerĂș gemeint. Ein Buch aus dem 16. Jahrhundert. Im Laufe der ErzĂ€hlung hĂ€lt mir der Autor oft Tatsachen vor Augen. Die mögen auch stimmen. Trotzdem stellt Gerd Frank Teile der Story bewusst anders dar. So haben wir zum Beispiel die Stereotypen eines friedfertigen Inka-Herrschers, HuĂĄscar, und seines kriegsfreudigen Bruders Atahualpa. In Wahrheit waren sie wohl beide nicht zimperlich mit der Verteilung von Todesstrafen.

Schnell gelesen

Der Fluch des Intip Churin ist keine Weltliteratur, aber dafĂŒr einfach und interessant zu lesen. Wer, wie ich, alte fremde Kulturen mag und historische Romane liest, bekommt hier einen guten Einblick in die alte Inka-Kultur. Dazu ein paar Seefahrerabenteuer und spanische Geschichte.


Der Fluch des Intip Churin, 372 Seiten
Kuebler Verlag, 2014
ISBN 9 783863 460785

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