Sympathie für einen Scheusal

Kurzrezension zu Patrick Süskinds Hörbuch „Das Parfum“.

Patrick Süskind, der Autor des Bühnenstücks Der Kontrabass, hat in seinem Leben nur einen Roman geschrieben.
Das Parfum beginnt mit der Geburt eines Mörders, der – im Gegensatz zu seinen Vorgängern – sein Säuglingsalter überlebt. Die Mutter wird wegen Kindsmords hingerichtet. Aber niemand möchte den Waisenjungen Grenouille haben, denn etwas ist seltsam an ihm: Er riecht nicht. Jedoch besitzt er einen ausgezeichneten Geruchssinn, mit dessen Hilfe er die Menschen für sich gewinnen kann.

Der historische Roman handelt von einem Ausgestoßenen, der keine Liebe für die Menschen empfindet. Sein einziger Lebenswille besteht in der Welt des Geruchs. Seine Handlungen sind grausam und abscheulich. Gleichzeitig empfinde ich Mitleid und Sympathie mit dem Protagonisten. Die Geschichte ist komisch. Auf Realismus scheint der Autor keinen Wert zu legen. Das Parfum erinnert eher an ein Märchen; das ist wunderbar erfrischend! Trotzdem merke ich, dass hier aus der Geschichte gut recherchiert wurde und frage mich immer wieder, ob das Märchenhafte nicht doch so gewesen sein könnte.

Hans Korte trägt das Hörbuch hervorragend vielseitig vor. Egal ob beim Aufräumen oder Kochen, leicht kann ich der Geschichte folgen und fühle mich unterhalten.

Das Parfum, 8 CDs, 582 min
Von Patrick Süskind
Sprecher: Hans Korte
Diogenes Verlag AG, Zürich
ISBN-13: 978 3 257 80037 1

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