US-Heldenepos der Sechziger: El Cid

Filmrezension zu Anthony Manns „El Cid“ (1961).

Liebe, Ehre, Verrat, Faustrecht und monumentale Schlachten. Der aus Planet der Affen bekannte Omega-Mann Charlton Heston spielt auch in diesem dreistündigen Hollywood-Klassiker den selbstlosen Helden. Im wahren Leben setzte sich der Schauspieler für die Rechte der Menschen ein, arbeitete mit Martin Luther King zusammen.

Die Schlacht um Calahorra in Nordspanien wurde an der Burg von Belmonte gedreht. Foto: Castillodebelmonte
Die Schlacht um Calahorra in Nordspanien wurde an der Burg von Belmonte gedreht.
Foto: Castillodebelmonte
El Cid beschreibt den Weg des kastilischen Ritters Rodrigo Díaz de Vivar. Im 11. Jahrhundert kämpfen Christen und Muslime um die iberische Halbinsel. Als Rodrigo zwei Krieger mit einem Eid um Frieden entlässt, um Blutrache zu vermeiden, gewinnt er die Allianz der freigelassenen Wesire – und die Missgunst des Königshauses. Als er in einem Duell den Vater seiner Verlobten Jimena (Sophia Loren) tötet, erntet er scheinbar auch ihren Hass. Doch der Ritter bleibt denen treu, die ihn verstoßen und gewinnt den Rückhalt verbannter Soldaten. Das im Kampf befreite Land misst er der Krone zu – uneigennützig, gegen aller Erwartung. Ein für die sechziger Jahre typisches Zeugnis christlicher Philosophie, auch den muslimischen Besatzern gegenüber, die ansonsten nicht besonders gut abschneiden. Die Verfilmung zeigt nun mal eine Perspektive aus Hollywood.

Ausgeklügelte Dramaturgie

Regisseur Anthony Mann zeichnet eine spannende und unterhaltsame Version der Geschichte des spanischen Nationalhelden. Wer sich am Pathos nicht stört, wird sich mitreißen lassen und den Film in vollen Zügen genießen können. Bemerkenswert der szenische Aufbau: Sobald sich ein Handlungsstrang dem Ende neigt, zieht ein neues Ereignis den Zuschauer in seinen Bann. 1962 erhielt der Film drei Oscarnominierungen: Bester Song und Beste Filmmusik für Miklós Rózsa sowie Bestes Szenenbild. Der Produzent Samuel Bronston ist für seine aufwendigen Historienfilme bekannt. Mit dem drei Jahre später verfilmten Monumentalfilm The Fall of the Roman Empire besiegelte er letztlich seinen Bankrott. Martin Scorsese bezeichnete El Cid als „einen der größten je produzierten Monumentalfilme“. Bis heute hält diese Behauptung stand. Mittlerweile gibt es eine digital überarbeitete Fassung auf Blu-Ray↗.

El Cid, 182 min, Technicolor
Regie: Anthony Mann
Kamera: Robert Krasker
Buch: Philip Yordan, Fredric M. Frank
Originalsprache: Englisch, Latein
Besetzung: Charlton Heston, Sophia Loren, Raf Vallone u. a.

Premiere: Italien, 1961

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